Jetzt Spenden!
Synthetische Mausembryonen: Modelle als Herausforderung der Sachlichkeit (02/2023)

Zusammenfassung
Synthetische Mausembryonen aus Stammzellen und die mögliche Übertragung der Technik auf den Menschen zum Ersatz von Tierversuchen und Spenderorganen wirft ethische Fragen auf. Sachliche Beurteilung setzt das Wissen um den Status des Embryos voraus. Eine Reflexion über die Prinzipien des Daseins zeigt, dass es sich beim sEmbryo um ein Lebewesen und nicht bloß um ein Modell handelt, das technisch seiner natürlichen Bestimmung „beraubt“ wird. Eine Verzweckung potentieller menschlicher sEmbryonen für medizinische Anwendungen sollte daher durch ethische Regularien verhindert werden.
Schlüsselwörter: synthetischer Mausembryo, ethischer Status, Thomas von Aquin, ontologische Reflexion
Abstract
Synthetic mouse embryos derived from stem cells and the possible transfer of the technique to humans to substitute animals experiments and donor organs have raised ethical concerns. For objective reasoning, we must know the moral status of the embryo. An ontological reflection about the principles of being shows that the embryo is a living being with the active potential to become an adult mouse. However, due to a technical intervention, it displays serious deficiencies that prevent it from birth, that deprive it of its natural destiny. Due to this missing information, the synthetic embryo is not an appropriate model for toxicity tests or as a reservoir for organs.
Keywords: synthetic mouse embryo, moral status, Thomas Aquinas, ontological reflection
1. Einleitung
Von Johann Wolfgang von Goethe stammt der Satz: „… im Tun und Handeln kommt alles darauf an, daß die Objekte rein aufgefaßt und ihrer Natur gemäß behandelt werden.“[1]
Wieviel Aktualität in diesem Wort liegt, zeigt sich in Forschungserrungenschaften, wo Technik und Natur synthetisch verbunden werden. So gelang es Forscherteams der University of Cambridge in Großbritannien und des Weizmann Institute of Science in Israel, synthetische Mausembryonen („sEmbryo“[2]) aus Mäusestammzellen herzustellen, die sich acht Tage lang weiterentwickelten[3]. Diese sEmbryonen werden als Modelle und Attrappen bezeichnet. Doch was ist dieser synthetische Mausembryo wirklich? Wohin verweisen diese Bezeichnungen? Nehmen sie die Wirklichkeit mit „blickoffener Sachlichkeit“[4] ernst? Die Forschungsentdeckung wird verglichen mit der Geburt des Klonschafs Dolly, da sich embryoähnliche Strukturen erstmals im Labor herstellen lassen, und dies ohne Beteiligung von Ei- und Samenzelle geschieht.[5] Die Forscher sprechen von der Fähigkeit der Selbstorganisation der Stammzellen zur Bildung des sEmbryos. Diese Errungenschaft könnte weitreichende Konsequenzen für die biomedizinische Anwendung haben: Wenn sich die Technik auf den Menschen übertragen lässt, können Tierversuche in der Arzneistoffentwicklung ersetzt und Gewebe für Transplantationen gewonnen werden. Spätestens dann werden aus Fragen zum rechtlichen Status des sEmbryos drängende bioethische Fragen.[6] Diese betreffen dann auch das Abwägen zwischen dem Einzelwohl des Modells und dem Gemeinwohl.
Aufgrund dieser Konsequenzen sollten wir schon jetzt für eine eingehende Diskussion bezüglich dieser ethischen Herausforderung sorgen. Der vorliegende Artikel ist ein Versuch, mittels einer Analyse aus thomanischer Perspektive zum Status des sEmbryos, zu ethischen Überlegungen anzuregen.
2. Kunstembryonen – die naturwissenschaftlichen Fakten
Von „einer technologischen Revolution“[7] sprechen Medien im Hinblick auf die Züchtung synthetischer Mausembryonen. Für die Herstellung der sEmbryonen benötigt man weder Eizelle noch Spermium, noch Sexualität.
Die Forscherteams von Jacob H. Hanna und Magdalena Zernicka-Goetz haben erstmals sEmbryonen von Mäusen generiert, die den Prozess der Gastrulation vollständig durchlaufen und sich durch Bildung von Organvorläufern und komplexer extraembryonaler Kompartimente zu einem acht Tage alten Mausembryo entwickeln.[8] Dies entspricht der Hälfte der Schwangerschaftszeit einer Maus. Dabei organisieren sich naive embryonale Stammzellen selbständig zum sEmbryo ohne zusätzliche externe Signale. Der mütterliche Uterus wird durch einen künstlichen Inkubator mit einer speziellen Nährlösung ersetzt. Das Entwicklungspotential der embryonalen Stammzellen wird substantiell gesteigert durch Interaktionen mit extraembryonalen/ nicht-embryonalen Stammzellen einschließlich der Trophoblast-Stammzellen, der Stammzellen des Endoderm (XEN) sowie induzierter XEN-Zellen (induzierte pluripotente Stammzellen). Die natürlichen Bewegungen der Gastrulation des sEmbryos ermöglichen eine Neurulation, die mit der Bildung des Neuralrohrs (embryonale Anlage für das Zentralnervensystem) einhergeht, der Ausbildung von Somiten (Voraussetzung für die Bildung von Skelettmuskeln, Knorpeln und Sehnen) und der Entwicklung mesodermaler Strukturen. Es bilden sich embryonale und extraembryonalen Kompartimente mit Organen bzw. Organvorläufern wie Gehirn, Herz, Dottersack und Darm. Der Entwicklungsstand des sEmbryos entspricht dem des ersten Schwangerschaftstrimesters eines menschlichen Embryos. Der sEmbryo zeigt Ähnlichkeiten mit der natürlichen Embryonalentwicklung. Alle 26 Zelltypen natürlicher Embryonen lassen sich beim sEmbryo nachweisen mit Ausnahme eines Zelltyps der Plazenta.[9] Trotzdem werden bei den meisten sEmbryonen Abnormalitäten beobachtet. Das extraembryonales Gewebe weist Mängel auf, die vermutlich auf das Fehlen des Kontaktes mit der mütterlichen Umgebung zurückzuführen sind.[10]
3. Mögliche biomedizinische Anwendungen
Zukünftige Möglichkeiten biomedizinischer Anwendung betreffen neben der Grundlagenforschung zur Embryonalentwicklung vor allem den Ersatz von toxikologischen Tierversuchen und von Spenderorganen für die Transplantation.[11] Vorrausetzung dafür ist allerdings die Übertragbarkeit dieser Technik auf die Herstellung menschlicher Embryonen.
Auf den ersten Blick wären sEmbryonen zur Behebung des Mangels an Spenderorganen und zur besseren Risikoabschätzung von Arzneimittelkandidaten ein guter Beitrag zum Wohl vieler Patienten. Allerdings muss man sich dann auch einer ethischen Abwägung zwischen dem Gemeinwohl und dem Schaden für den einzelnen (menschlichen/ tierischen) Embryo stellen. Dahinter steht die Frage nach dem rechtlichen Status dieses sEmbryos und eine Vorentscheidung: Aus welcher Perspektive blicken wir auf diesen sEmbryo?
4. Ethische Analyse
Thomas von Aquin war überzeugt, dass die Dinge so, wie sie sich „secundam naturam propriam“ zeigen, zu erfassen sind, vor jeder ethischen Analyse.[12] Die Grundlagen seiner auf Aristoteles basierenden Ethik wurzeln im Hinblicken auf die konkrete Wirklichkeit.[13]
4.1 Der Blick des Naturwissenschaftlers
Blickt nicht jeder Naturwissenschaftler auf ein konkretes Naturdetail in seiner Forschungsarbeit? Eine bewusste ausschließlich auf die Biologie reduzierte Perspektive entspricht der kreativen (Auf-)Gabe des Menschen und ermöglicht wissenschaftlichen Fortschritt. So liegt der kreative Sinn der Schöpfung darin, dass Gott seine Geschöpfe zum eigenen schöpferischen Wirken freigibt.[14] Der Naturwissenschaftler betrachtet allerdings methodisch eingeschränkt auf das Messbare die Natur als gegenüberstehendes Objekt und erklärt diese kausalmechanisch. Die Erzeugung des sEmbryos ist zunächst vom Interesse geleitet, frühe Entwicklungsschritte zu erklären. Der Forscher nimmt das Wesen der Organismen sowie ihre Ordnung und Zielgerichtetheit mit den daraus resultierenden Naturgesetzen als gegeben hin.[15] Die Wahrnehmung durch den Filter eines Naturwissenschaftlers genügt allerdings nicht, um zu verstehen, was dieses Embryomodell „aus sich heraus“ ist[16]. Erst die ontologische Reflexion über die Ursachen und Prinzipien des Daseins, wo man das Embryomodell selbst ‚sprechen‘ lässt, ermöglicht eine vorurteilsfreie Innenperspektive des Status des Embryos und daraus eine Anleitung zum Umgang mit diesem.[17] Denn die technische Errungenschaft, in diesem Fall der sEmbryo, geht immer mit einem Handeln einher; Jeder freiwillige Akt ist zugleich ein ‚facere‘, ein Herstellen (poiesis), und ein ‚agere‘, ein Handeln (praxis), das den Menschen im Innersten angeht.[18] Daher ist auch eine Forschungshandlung keine ‚neutrale‘ Tat[19] und muss sich (unabhängig von den weiteren Folgen für die Gesellschaft) neben der Perspektive der theoretischen Vernunft auch der Perspektive der praktischen Vernunft stellen.
4.2 Die „blickoffene Sachlichkeit“[20]
Die ethische Perspektive des Thomas beginnt beim Hinblicken auf die Wirklichkeit. „…gut ist, was ‚der Sache‘ entspricht;…“[21]. D. h. ich muss zunächst einmal erkennen, worum es sich beim sEmbryo handelt. Die Voraussetzung für jedes moralische Urteilen ist, offen zu sein, um die natürlichen Dinge empfangend zu erkennen. Aber ist dieser sEmbryo ein natürliches Wesen? Wurde er nicht durch eine Forschungsleistung hergestellt und sieht dem Original nur ähnlich? Daher sprechen Experten auch von einer Embryo-Attrappe.[22] Die thomanische realistische Erkenntnislehre mit dem Grundsatz: „Die Dinge sind das Maß unseres Erkennens“[23] führt zu folgenden Fragen: 1) Ist der sEmbryo das Maß unserer Erkenntnis? Oder weil es sich um ein künstlich gezüchtetes Modell handelt, ist nicht unser menschliche Intellekt das Maß unserer Erkenntnis? Im ersten Fall empfangen wir das Wesen, das „Was“, nur vom Objekt, vom sEmbryo her und nur das „Dass“ des Erkennens geht aus unserer subjektiven Kraft hervor. Im zweiten Fall konstruieren wir im Geist die Wirklichkeit selbst und beides, das „Dass“ und das „Was“ des Erkennens geht einzig von uns aus.[24] Konstruieren wir mit Hilfe der Technik unsere eigene Welt, die der Wirklichkeit täuschend ähnlich sieht und sitzen im „intellektuellen Käfig“ des Modells? Die Herleitung des Wortes Attrappe aus dem Französischen (attraper: fangen, ertappen, hereinlegen) legt dies nahe. Vielleicht liegt hier eine der Wurzeln des Misstrauens des Laien gegenüber dem Forscher. 2) Ist es nach Kants „Kritik der reinen Vernunft“ überhaupt noch legitim, von einer Angeglichenheit (adaequatio) von Wirklichkeit und menschlicher Erkenntnis zu sprechen? Können wir überhaupt erkennend zum Objekt vorstoßen?[25] Für Thomas bedeutet Erkennen In-Beziehung-Sein des Geistes mit dem objektiven Sein. Für den Wissenschaftler ist Objektivität eine Grundvoraussetzung, die aber von ihm selbst die völlige Zurücknahme verlangt, um dem Gegenüber Raum zu geben und verschiedene Perspektiven zuzulassen.[26] 3) Wie hängen theoretisches Erkennen über die embryonale Entwicklung mit der ethischen Beurteilung und Praxis zusammen? Sowohl für Thomas als auch für Kant haben theoretische und praktische Vernunft ein „gemeinschaftliches Prinzip“[27]. Durch Kant kommt es aber zu einer Verselbstständigung der praktischen Vernunft gegenüber der Wirklichkeitserkenntnis. Nach Richard Kroner erfolgt dies durch Kants „Überwindung der Metaphysik des Seins, die Schwerpunktverlegung … aus dem Objekt in das Subjekt“.[28] Für Thomas ist das Subjekt jedoch nicht passiv, sondern als „spontane Kraft des Geistes“ und „Antrieb des Willens“ zentral für jede Handlung. Trotz sachlicher Perspektive ist jede Forschung auch Leidenschaft.[29]
Auch wenn Thomas die Ethik von der Ontologie getrennt abhandelt, ist die konkrete ethische Entscheidung in der Klugheit rückgebunden an das Maß des Wirklichen.[30] Damit wir wissen, wie wir mit den sEmbryonen umgehen sollen, ist daher eine vertiefte Perspektive auf das Dasein Voraussetzung. Sachlichkeit ist die seinsgerechte Erkenntnishaltung des Menschen. Ethisch bedeutet es den Verzicht auf die subjektive, unsachliche Beeinflussung. Jedes unmerkliche Interesse an Verfälschung kann zu großer Ungerechtigkeit führen.[31] Publikationsdruck und marktwirtschaftliches Diktat sind für den Forscher oft eine Herausforderung. In diesem Sinne ist auch die Sensationsmeldung „der technologischen Revolution“ durch den sEmbryo zu hinterfragen. Maßloses Geltungsstreben anstelle des Suchens nach Wirklichkeitserkenntnis mag zwar gute Taktik sein, mündet aber nach Thomas in einer verkehrten Klugheit. Denn: „In keiner von den sittlichen Tugenden tritt die Verwirklichung der rechten Vernunft“, diese entspricht der Klugheit, „so offenbar ans Licht wie in der Gerechtigkeit, welche in der vernunfthaften Begehrkraft gründet. Darum auch offenbart sich die unrechte Verwirklichung der Vernunft am meisten in den Sünden wider der Gerechtigkeit.“[32] Die Perspektive auf die Wirklichkeit hat Folgen für den Status des sEmbryos und unser ethisches Handeln.
4.3 Der Status des synthetischen Embryos
Dem Entwicklungsbiologen Lewis Wolpert wird folgendes Zitat zugeschrieben: „Es ist nicht die Geburt, die Hochzeit oder der Tod, sondern die Gastrulation, welche in Wirklichkeit der wichtigste Zeitpunkt in deinem Leben ist.“[33] Mit dieser Aussage über die Gastrulation als wesentliche Entwicklungsphase des Menschen schlüpft Wolpert sozusagen in die Innenperspektive des Embryos und spricht Fragen nach dem Werden des Lebewesens und seinem Ziel an. Dies sind ontologische Grundphänomene des Lebens, die Thomas von Aquin mit den aristotelischen Prinzipien der Material-, Form-, Wirk- und Zielursache beschreibt.[34] Mit diesen wird im Folgenden versucht, den Status des sEmbryos näher zu bestimmen.[35]
Embryonale Entwicklung ist Bewegung. Diese ist zentral für alle Lebensprozesse. Die Forscher sprechen von natürlichen Bewegungen der Gastrulation des sEmbryos. Selbstbewegung ist ein Kennzeichen lebendiger Naturwesen im Gegensatz zu technischen Dingen.[36] So organisieren sich die embryonalen Stammzellen der Maus selbstständig zum sEmbryo. Zentral ist für Thomas das Werden als Übergang von der Möglichkeit oder Potenz (dynamis) zur Wirklichkeit bzw. zum Akt (energeia).[37] Potentielles Sein muss vom aktuellen Sein her verstanden werden.[38] Die Stammzellen zeigen aktives Entwicklungspotential, das auf das Wirklichsein der Maus ausgerichtet ist, d. h. sie sind geeignet, um eine Entwicklung zur Maus, dem Ziel, zu bewirken. D. h. nach Aristoteles, dass sie im Anfang „das-Ziel-in-sich-haben“ (entelecheia) und „im Werk stehen“ (energeia), indem sie den Prozess verschiedener Entwicklungsstadien durchlaufen.[39]
Embryonale Entwicklung ist nach Thomas Werden zur Form und zum Wirklichsein.[40] Die Materie beschreibt reine Möglichkeit. Beide, die Form als das durchhaltende Prinzip und die Materie als das sich verändernde Prinzip sind Ursache, wodurch das Seiende als konkretes Zusammengesetztes Sein hat. Der Mausembryo ist immer schon dieselbe Maus unabhängig von den Phasen der Entwicklung. Thomas nennt dies wesenhaftes oder substantielles Sein, das etwas darüber aussagt, was etwas ist und akzidentelles Sein eine zusätzliche Bestimmung ohne Wesensveränderung z. B. wie etwas gerade ist.[41] Wenn der sEmbryo mit der Bildung des Neuralrohrs sein Aussehen verändert, bleibt er doch wesenhaft eine Maus. Er hat Selbststand.[42]
Embryonale Entwicklung benötigt eine Wirkursache auf ein Ziel hin.[43] Die Wirkung kann von außen kommen wie beim Handwerker, der Material wie das Messer bearbeitet;[44] oder von innen wie das bei Lebewesen der Fall ist.[45] Bei einem durch natürliche Zeugung entstandenen Embryo wirkt das Lebensprinzip von innen her durch die Weitergabe des Lebens durch die Eltern. Auch beim sEmbryo organisieren sich die Stammzellen aus sich heraus zum Embryo hin. Aber die Forscher sind an der Herstellung des sEmbryos beteiligt: Der Wissenschaftler formt von außen den Embryo mit, lässt aber danach der inneren Entwicklung freien Lauf. D.h. im sEmbryo verbinden sich äußere und innere Wirkursache.[46]
Embryonale Entwicklung ist ohne eine Zielrichtung nicht möglich. Sonst würde der Organismus nicht funktionieren. Die Form würde die Materie ohne Ziel nicht vollenden. Deshalb sieht Thomas im Ziel die Ursache aller Ursachen.[47] Das Was und Wozu fällt in natürlichen Lebewesen zusammen. Das innere Ziel trägt der Embryo in sich selbst (Selbstzweck) als natürliche Hinneigung.[48] Beim technisch hergestellten sEmbryo entzweien sich Form- und Zweckursache.[49] Denn die Forscher haben zunächst das Ziel, Embryonen aus Stammzellen herzustellen, die dann Mittel zu Zielen der Toxikologieprüfung und Herstellung von Transplantationsorganen sind.
Wie kann man sich das Zusammenwirken der vier Prinzipien im Embryo vorstellen?
Leib (Materie) und Seele (Form) bilden eine Einheit. Die Seele ist das innerste Wirksamkeits- und Ganzheitsprinzip des Lebendigen indem sie den Leib formt. Die unterschiedlichen Formprinzipien der vegetativen, der sensitiven Seele und der Vernunftseele bewirken das Leben der Pflanzen, der Tiere und des Menschen jeweils von Anfang an.[50] Die Seele durchwirkt von innen her den Leib mit Bewegung, Nährvermögen und Wachstum. Zwar gibt es in zeitlicher Abfolge ohne das ernährende kein sensitives und intellektives Prinzip wie auch beim sEmbryo die Nährlösung eine Vorrausetzung ist. Aber es gibt nach Thomas nur eine Seele im Lebewesen, nicht mehrere,[51] d. h. die anima sensitiva im Tier ist eine andere als im Menschen. Die heutige Thomasauslegung sieht aufgrund der thomanischen Prinzipienlehre die jeweils vollkommenste Seelenform (Tier bzw. Mensch) als ontologische Trägerin der gesamten Embryonalentwicklung von Anfang an.[52] Denn „keine Wesensform [verträgt] ein Mehr oder Minder…, sondern sobald ein Mehr an Vollkommenheit hinzugefügt wird, ergibt sich eine andere Wesensart,…“.[53] Eine höhere Seelenvollkommenheit kann nicht aus einer niederen Vollkommenheit entstehen. Der Vollkommenheit nach ist entweder die sensitive oder die intellektive Seele die erste, die auch die anderen Prinzipien enthält. Der sEmbryo im Gastrulationsstadium ist bereits ein tierisches und nicht ein pflanzliches Vegetativum. Für einen potentiellen menschlichen sEmbryo wäre die Vernunftseele das Vollkommenste und seine pflanzlichen und tierischen Anteile bereits von Anfang an menschlich. Die menschliche Geistseele aber ist für Thomas einerseits Form des Leibes und andererseits subsistenter unzerstörbarer Geist, weil von der Materie unabhängig:[54]
Der sEmbryo zeigt im Vergleich zum natürlichen Embryo Mängel. Thomas bezeichnet dies mit dem Begriff der Privatio (Beraubung), das heißt es fehlt etwas, was eigentlich sein sollte. „Eine Privation aber wird nur von einem bestimmten Subjekt ausgesagt, in dem nämlich ursprünglich das Entstehen einer Fähigkeit angelegt ist, so wie man von Blindheit nur bei solchen Wesen spricht, die von Haus aus Sehfähigkeit besitzen.“[55] Abweichungen des sEmbryos werden von den Forschern auf das Fehlen des Kontaktes mit der mütterlichen Umgebung zurückgeführt. Damit der Embryo gesund ist, benötigt er neben intakten Genen intakte Wechselwirkungen mit seiner zellulären Umwelt. Arbeiten zur Evolution der Embryonalentwicklung von Säugetieren zeigen, dass der Organismus nicht in den Genen vorprogrammiert ist, sondern von Anfang an durch Interaktionen eines regulatorischen Netzwerkes als Ganzes gesteuert wird.[56] Dieser naturwissenschaftlichen Erkenntnis entspricht das innere Formprinzip der thomanischen Lehre der anima forma corporis. Der Organismus wird von Anfang an als Ganzes auf sein Ziel in-form-iert.[57]
Die obige Analyse weist darauf hin, dass es sich beim sEmbryo um ein Lebewesen handelt, das von Anfang an das aktive Potenzial einer ausgewachsenen Maus enthält, jedoch durch die Technik seiner natürlichen Bestimmung, einer Lebendgeburt, „beraubt“ wird.
4.4 Ethische Grundfragen
Ist es nun zulässig, einen sEmbryo zu züchten, um dem Gemeinwohl mit biomedizinischen Anwendungen in der Toxikologie oder Organtransplantation zu dienen?
Die Herstellung des sEmbryos für biomedizinische Zwecke stellt zunächst eine aufgezwungene technische Instrumentalisierung dar, die ihn seines eigentlichen Existenzzieles beraubt.
Der Wert jedes lebendigen Geschöpfes ob Tier oder Mensch ergibt sich für Thomas letztlich aus der Zielordnung der Welt, die auf die wesenhafte Gutheit, Gott, ausgerichtet ist. Jedes Geschöpf ist in sich gut, soll am Guten teilhaben, bewahrt und zum Guten hinbewegt werden.[58] Dies ist uns durch die Partizipation an der Schöpfung als Imago Dei aufgegeben. Dürfen wir daher den Mausembryo daran hindern, als Maus artgerecht zu leben? Unter dem Konzept eines guten Gedeihens von Tieren wurden in den letzten Jahren viele Tierschutzrichtlinien unter Berücksichtigung der Mensch-Tier-Beziehung modifiziert.[59] Die EU-Direktive zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere schließt den Schutz der Föten und Embryonen von Säugetieren aufgrund wissenschaftlicher Belege von Schmerzempfindung in diesem Stadium mit ein.[60] Obwohl Thomas diese Kenntnisse nicht hatte, betont er neben der Gemeinsamkeit aller Lebewesen im Streben nach Selbst- und Arterhaltung auch die gemeinsame Teilhabe an den passiones animae (emotionale sinnliche Regungen).[61] Zu den vier inneren Sinnen zählt er die vis aestimativa, wodurch höhere Tiere zu einer urteilsähnlichen sinnlichen Abschätzung von Situationen fähig sind.[62]
Wenn schon dem Mausembryo ein gewisser Schutz zugesprochen wird, dann würde dieses Recht einem menschlichen sEmbryo doch erst recht zustehen?
Das ist eine Frage der Gerechtigkeit: Jedem das ihm Zustehende geben.[63] Diese Pflicht hängt davon ab, was für ein Wesen der menschliche Embryo für uns ist. Nach Thomas unterscheidet sich die menschliche von der tierischen Seele durch die Geistseele, die einerseits Formprinzip des Leibes und andererseits subsistierender unsterblicher Geist ist. [64] Sie ist als vollkommenste Seelenform die ontologische Trägerin der gesamten Embryonalentwicklung von Anfang an. Nach Josef Pieper könnte man daher sagen: „Weil der“ menschliche Embryo „ein geistiges, in sich ganzes, für sich und auf sich hin und um seiner eigenen Vollkommenheit willen existierendes Wesen [ist], darum steht“ ihm „im unabgeschwächten Sinn etwas zu, … ‚ein Recht‘, … mindestens zur Nicht-Verletzung“.[65]
Wie aber steht es um diese Nicht-Verletzungspflicht, wenn das Wohl vieler Patienten im Bereich der Arzneistoffentwicklung und der Organtransplantation auf dem Spiel steht? Für Thomas ist prinzipiell das Gemeinwohl von anderer höherer Ordnung als das Wohl des Einzelnen.[66] Allerdings ist für ihn der Einzelne der forderungsberechtigte Partner. Damit wäre es der menschliche sEmbryo, dem etwas zusteht und das soziale Ganze der verpflichtete Partner.[67] Thomas denkt keineswegs kollektivistisch, denn „Person bezeichnet das, was das Vollkommenste ist in der ganzen Natur, nämlich das Für-sich-Bestehende vernunftbegabter Natur“[68]. Im Fall eines menschlichen sEmbryos geht es um das unveräußerliches Recht auf die Möglichkeit, ein Leben als Person zu entfalten.
Selbst wenn man dieses Recht bezweifelt, ist es unsere Pflicht, die Herstellung des sEmbryos für biomedizinische Anwendungen zu rechtfertigen:
a. Wäre der sEmbryo für aussagekräftige Toxizitätstests geeignet?
Nichtklinische toxikologische Studien sind für die gesundheitliche Risikoabschätzung neuer Medikamente und Chemikalien wie hormonell wirksame Stoffe wesentlich. Diese Tests werden meist an Tieren durchgeführt.[69] Die Evaluierung der Embryotoxizität spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle wie das Beispiel des Beruhigungsmittels Contergan zeigt:[70] Aus Tierschutzgründen wird versucht, Tierversuche durch in vitro Alternativen wie menschlichen Organoiden (Modelle mit Organeigenschaften) zu ersetzen.[71] Insbesondere zur Evaluierung der Embryotoxizität könnte der sEmbryo herangezogen werden. Dabei ist zu bedenken, dass die einzelnen Organe – auch des sEmbryos – nicht die In-forma-tion des ganzen Organismus wie den Blutkreislauf repräsentieren. Nach Thomas fehlt die Seele, die den Organismus als inneres Einheitsprinzip organisiert. Dem sEmbryo fehlt zudem der mütterliche Kontakt und eine gesunde Plazenta, die für die Untersuchung von medizinischen Produkten zur Übertragbarkeit von der Mutter auf das werdende Kind wesentlich ist. Die fehlende Wechselwirkung ist eine Beraubung des In-Beziehung-Seins, das den sEmbryo nicht nur zu einem Objekt, sondern als Mangelorganismus ungeeignet für Toxizitätstest macht. Die Verantwortung gegenüber unseren Nachkommen sollte vielmehr zu einem bewussteren Konsum von Chemikalien und Arzneimitteln führen. Denn das Beharren auf sein Recht hat Grenzen. „…daß man, wenn die Welt in Gang gehalten werden soll, bereit sein müsse, zu geben, was nicht im strengen Sinn geschuldet ist“.[72] Ein wirklich Gerechter weiß um seine eigene Verschuldetheit gegenüber seiner Mitwelt und wird eher sein Verhalten ändern als Toxizitätstests mit sEmbryonen zu fordern.
b. Wäre der sEmbryo als Reservoir für Transplantationsorgane geeignet?
Noch immer ist die Zahl der Organspenden viel geringer als diejenigen, die auf eine lebensrettende Organtransplantation warten. Daher wird verstärkt die Möglichkeit einer Xenotransplantation erforscht, einer Übertragung von funktionsfähigen Organen vor allem von Schweinen auf den Menschen. Mittlerweile ist es gelungen, Menschen, Schweinegewebe einzusetzen:[73] Bezüglich eines Einsatzes eines sEmbryos als Organreservoir für Transplantationen sind ähnliche Argumente wie zur Toxizitätsprüfung anzuführen. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Auch wenn hier ein Organ und nicht der ganze Organismus für eine Transplantation benötigt wird, müssen doch die Informationen der Zelle sowie die (epi)genetischen Wechselwirkungen korrekt funktionieren. Der sEmbryo aber weist Mängel auf, was zeigt, dass selbst die Herstellung eines Mausembryos aus Stammzellen noch viel Verbesserung bedarf. Aus Erfahrungen mit der Xenotransplantation weiß man um die Komplikationen bei der Anwendung. Damit gleicht der sEmbryo als Reservoir für Transplantationsorgane eher einem utopischen Machbarkeitsdenken.
4.5 Ethische Beurteilung
Aus den Betrachtungen zum Status des synthetischen Mausembryos, des potentiellen menschlichen Embryomodells und zu den ethischen Grundfragen ergeben sich folgende ethische Bewertungen:
1. Der Mausembryo ist mehr als ein Modell nämlich ein Lebewesen, dem trotz seiner Mängel derselbe Schutz zukommt wie natürlich gezeugten Tierembryonen. Der Embryo hat das aktive Potential, eine ausgewachsene Maus zu werden. Daher soll dieser auch als Tierembryo behandelt werden. Als Mindestmaß sollten Schmerzen und Leiden soweit als möglich vermieden werden wie dies auch in der EU-Richtlinie dargelegt ist.[74] Zudem sollten sich die Forscher fragen, ob ein derart geschädigtes Lebewesen tatsächlich zu verbesserten Erkenntnissen in der Grundlagenforschung führen kann und ob es nicht Alternativen gibt. Für die angewandte Toxizitätsforschung ist dieses Mausmodell nicht geeignet, denn selbst bei Tierversuchen mit gesunden Tieren insbesondere für die Embryotoxizität lassen sich nicht alle Ergebnisse auf den Menschen übertragen.
2. Bei einer möglichen Anwendung dieser Technik zur Erzeugung menschlicher synthetischer Embryonen ist Folgendes zu beachten:
- Aus der ontologisch-teleologischen Perspektive wären diese menschlichen sEmbryonen menschliche Lebewesen. Diesen kommt unveräußerliche Würde zu und sie dürfen nicht instrumentalisiert oder getötet werden. Denn wie oben beschrieben, würde es sich hier nicht bloß um ein Modell oder eine Attrappe, sondern um ein menschliches Lebewesen handeln. Diese Embryonen würden trotz aller technischen Verbesserungen in ihrer Anlage Mangelwesen sein.[75] Einen menschlichen Mangelembryo herzustellen, der in der Folge ein geschädigter Mensch werden würde, ist aus ethischen Gründen abzulehnen. Denn dem Menschen kommt von Anfang an aufgrund des „‚innerorganismische‘ Telos des Lebendigen“ [76] das unabdingbare Recht zu, nicht verletzt zu werden. Ein geschädigter, wenn auch humaner Embryo wäre zudem auch kein prädiktives Modell zur Untersuchung der Embryotoxizität von Medikamenten und für eine Transplantation nicht geeignet. Daher sind nach wie vor Tierversuche bzw. eine Analyse des Toxizitätsrisikos aufgrund schon vorhandener Daten die einzige Alternative.
- Gilt die ethische Ablehnung bereits für die Züchtung eines einzigen menschlichen sEmbryos, so verlangt die mögliche routinemäßige Züchtung menschlicher Embryonen als Ersatzorganlager oder „Versuchskanninchen“ schon jetzt Regularien, die jede Möglichkeit dazu verbieten. Denn dies würde nicht nur eine Art Dammbruch für einen unabdingbaren Würdeverlust und die Möglichkeit totaler Verzweckung von menschlichen Embryonen bedeuten, sondern auch, dass diese wiederholte Handlung, die ein Zusammenwirken vieler Handlungsträger in geradezu industriellem Maßstab voraussetzt, zur zweiten Natur des Menschen wird. Denn im Sinne einer cooperatio ad malum würden sich Forscher, Ärzte, Patienten und der Staat nicht nur an der Mitwirkung unzähliger unrechter Handlungen schuldig machen, sondern dies würde unseren Charakter und letztlich den Umgang mit allen Menschen, die in einer schwächeren Stellung sind, umformen [77]
- In diesem Zusammenhang ist auf die wenigen Regularien zu in vitro selbstorganisierenden menschlichen Embryonenmodellen, die aus pluripotenten Zellen gezüchtet werden hinzuweisen. Die aktuell gültigen ISSCR Guidelines für Stammzellenforschung und klinische Translation vom 2021 schreiben zwar die Prüfung und Genehmigung durch einen spezifischen wissenschaftlichen und ethischen Aufsichtsprozess vor der Erzeugung von stammzellbasierten Embryomodellen vor.[78] Gleichzeitig empfehlen sie aber, aufgrund des möglichen Potenzials der menschlichen Embryonenforschung, Erkenntnisse für die Gesundheit und das Wohlergehens der Allgemeinheit zu liefern, in einer eingehenden Diskussion abzuwägen, das Verbot der Embryonenforschung nach 14 Tagen nach der Befruchtung zu überdenken. Dabei ist erwähnenswert, dass die Richtlinie aus dem Jahr 2016 Experimente, bei denen eine Gestation menschlicher Embryonen oder eine Organisation embryoähnlicher Zellstrukturen (also Embryomodelle), die sich zu einem menschlichen Organismus entwickeln können, ex utero erfolgt, verbietet.[79]
5. Conclusio
Synthetische Mausembryonen sind mehr als ein Modell, nämlich Lebewesen. Daher sollten sie vor Schmerz geschützt werden. Die Herstellung synthetischer menschlicher Embryonen ist abzulehnen, da ihnen von Beginn an menschliche Würde zukommt und sie daher nicht instrumentalisiert werden dürfen. Medizinische Anwendungen für Toxizitätstests oder als Organreservoir rechtfertigen das Herstellen von menschlichen Mangelwesen keineswegs, sondern würden möglicherweise zu einer Art Dammbruch führen, der die totale Verzweckung von menschlichen Embryonen zur Folge hätte. Die technische Herstellung eines synthetischen Embryos stellt uns allerdings nicht nur vor die Herausforderung, wie wir zukünftig mit solchen Lebewesen umgehen sollen. Technische Modelle sind immer auch eine Anfrage an unsere Lebensweise, ob wir noch in Beziehung zur Wirklichkeit sind und Lebewesen als uns ansprechende Gegenüber betrachten. Denn Sachlichkeit und Realitätssinn sind nicht nur Voraussetzung für die thomanische Ethik, sondern auch- so lehrt es die Psychologie- eine Basis für unsere seelische Gesundheit.
Letzter Zugriff auf sämtliche Webseiten am 15.1.2023.
Anschrift des Autors:
Mag. pharm. Dr. Margit Spatzenegger, Lic. Bioethics
Scheibenbergstrasse 38/2/21, A-1180 Wien
Margit.Spatzenegger(at)gmx.net
- Goethe J. W. von, Maximen und Reflexionen, Dritten Bandes erstes Heft, CreateSpace Independent Publishing Platform, North Charlston (2013[1821]), S. 497.
- Verwendete Bezeichnung von embryo-ähnlichen Modellen von Tarazi S. et al., Post-gastrulation synthetic embryos generated ex utero from mouse naive ESCs, Cell (2022); 185: 3290-3306.e25.
- Amadei G. et al., Embryo model completes gastrulation to neurulation and organogenesis, Nature (2022); 610: 143-153.; Tarazi S. et al., Post-gastrulation synthetic embryos generated ex utero from mouse naive ESCs, Cell (2022); 185: 3290-3306.e25.
- Pieper J., Traktat über die Klugheit, Kösel-Verlag, München (1955), S. 25.
- Fischer L., Ohne Eizelle und Uterus: Embryonen aus Stammzellen nachgebaut, Spektrum.de, 25.8.2022, www.spektrum.de/news/ohne-eizelle-und-uterus-embryonen-aus-stammzellen-nachgebaut/2051754.
- Körtner U. H. J., Synthetische Embryonen. Ungeklärter Rechtsstatus, ORF.at, 26.08.2022 16.15; science.orf.at/stories/3214803/.
- „Wir stehen zweifellos vor einer neuen technologischen Revolution“, welt.de, 4.9.2022; www.welt.de/gesundheit/article240864189/Kuenstlicher-Maus-Embryo-Forscher-zuechten-synthetische-Maus-dank-Stammzellen.html.
- Tarazi S. et al., siehe Ref. 3; Amadei G. et al., siehe Ref. 3.
- Amadei G. et al., siehe Ref. 3; „Wir stehen zweifellos vor einer neuen technologischen Revolution“, siehe Ref. 7.
- Amadei G. et al., siehe Ref. 3.
- Fischer L., siehe Ref. 5.
- Rhonheimer M., Praktische Vernunft und Vernünftigkeit der Praxis. Handlungstheorie bei Thomas von Aquin in ihrer Entstehung aus dem Problemkontext der aristotelischen Ethik, Akademie Verlag, Berlin (1994), S. 27. Vgl. von Aquin T., Summa Theologiae, Band 9A: Ziel und Handeln des Menschen, Die Deutsche Thomas-Ausgabe, Walter de Gruyter, Berlin/Boston (2021), I-II 17,9 ad 2. „Bei dem, was zum Verstand und Willen gehört, findet man als das Erste das, was naturgemäß ist; von ihm wird das andere abgeleitet, …“.
- Pieper J., siehe Ref. 4, S. 25.
- Siehe auch: te Velde R., Schöpfung und Partizipation (S.th. I. qq. 44-47 und qq. 103-105), in: Speer A. (Hrsg.), Thomas von Aquin: Die Summa Theologiae. Werkinterpretationen, Walter de Gruyter, Berlin/New York (2005), S. 100-124.
- Beck M., Mensch-Tier-Wesen. Zur ethischen Problematik von Hybriden, Chimären, Parthenoten, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn/ München/Wien/Zürich (2009), S. 109, S. 156.
- Ebd., S. 310.
- 17 Ebd., S. 309.
- Siehe Rhonheimer M., Die Perspektive der Moral. Philosophische Grundlagen der Tugendethik, Akademie Verlag, Berlin (2001), S. 59-62; Höffe O., Aristoteles, Verlag C. H. Beck, München (1996), S. 195.
- Mertens K., Handlungslehre und Grundlagen der Ethik (S.th. I-II, qq. 6-21), in: Speer A. (Hrsg.), Thomas von Aquin: Die Summa Theologiae. Werkinterpretationen, Walter de Gruyter, Berlin/New York (2005), S. 189-197.
- Pieper J., siehe Ref. 4, S. 25.
- Pieper J., Die Wirklichkeit und das Gute, Kösel-Verlag, München (1956), S. 13.
- Lange M., Synthetische Maus-Embryonen. Schlagendes Herz, frühes Gehirn, Deutschlandfunk, 26.8.2022, www.deutschlandfunk.de/synthetische-maus-embryonen-schlagendes-herz-fruehes-gehirn-100.html.
- von Aquin T., Quaestiones disputatae de potentia, vollständige Ausgabe der Quaestionen in deutscher Übersetzung, Band 9, in: Schönfeld A. (Übers., Hrsg.), Über Gottes Vermögen = De potentia Dei, Teilband 3, Felix Meiner Verlag, Hamburg (2019), 7, 10 ad 5: „Ipsae res sunt causa et mensura scientiae nostrae“, Übersetzung nach Pieper J., Die Wirklichkeit und das Gute, S. 23.
- Pieper J., siehe Ref. 21, S. 23-28
- Ebd., S. 36-38.
- Ebd., S. 39-42.
- Kant I., Kritik der praktischen Vernunft. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Vorrede zur Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Werkausgabe Band VII, Suhrkamp Taschenbuch Verlag, (2019), BA XIV; Pieper J., siehe Ref. 21, S. 46.
- Kroner R., Von Kant zu Hegel, Bd. I, Verlag Mohr Siebeck,Tübingen (1977), S. 153. Siehe auch Pieper J., siehe Ref. 21, S. 47.
- Pieper J., siehe Ref. 21, S. 85-86.
- Pieper J., siehe Ref. 4, S. 25.
- Ebd., S. 34-35.
- von Aquin T., Summa Theologiae, II-II, 55, 8, Übersetzung nach Pieper J., siehe Ref. 4, S. 46.
- Wolpert L. et al., Principles of Development, Oxford University Press, Oxford/New York /Tokyo (1998).
- von Aquin T., De principiis naturae – Die Prinzipien der Wirklichkeit, Lateinisch-deutsche Ausgabe, übers. und kommentiert von Heinzmann R., Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln (1999). Siehe Einführung von Heinzmann R.,S. 16: „Dieses Traktat steht zeitlich am Anfang und der Sache nach an der Wurzel des Denkens von Thomas von Aquin. Es ist in gewisser Weise eine Vorentscheidung, die für seine Philosophie und Theologie von grundlegender Bedeutung ist.“
- Der Versuch, sich den Status synthetischer Embryonen thomanisch zu nähern, stützt sich auf die heutige Auslegung der Schriften des Thomas: Siehe Schockenhoff E., Ethik des Lebens. Grundlagen und neue Herausforderungen, Verlag Herder, Freiburg/Basel/Wien (2009), S. 495: „Die heutige Thomasauslegung weist jedoch darauf hin, dass die Theorie einer Sukzession der Seelenteile nur durch die historische Abhängigkeit von den aristotelischen Zeugungsvorstellungen zu erklären ist und die umgekehrte Annahme einer von Anfang an wirksamen Präsenz der Geistseele als ontologische Trägerin des ganzen embryonalen Entwicklungsprozesses mit den Prinzipien des thomasischen Denkens (etwa der Grundsatz, dass der Effekt nicht größer als seine Ursache sein kann) besser übereinstimmen würde.“
- Aristoteles, Aristoteles. Gesammelte Werke, Physik, Übersetz. von Rolfes E., Lasson A., von Kirchmann J., Weiße C. H., Kindle-Version (2016), Buch II, 1: 192b13 ff
- von Aquin T., siehe Ref. 34, S. 49.
- von Aquin T., siehe Ref. 34, Heinzmann R. B. Interpretation, S. 18.
- Aristoteles, Aristoteles. Gesammelte Werke, Metaphysik, Übersetz. von Rolfes E., Lasson A., von Kirchmann J., Weiße C. H., Kindle-Version (2016), Buch IX,1:1045b, 32-34; siehe auch Höffe O., Aristoteles, Verlag C. H. Beck, München (1996), S. 106.
- von Aquin T., siehe Ref. 34, S. 51.
- Ebd., S. 49; Heinzmann R. B. Interpretation, S. 18.
- Ebd., S. 49; Heinzmann R. B. Interpretation, S. 19.; Beck M., siehe Ref. 15, S. 114, S. 135.
- Ebd., S. 59-61.
- Ebd., S. 61.
- Ebd., S. 59-61.
- Beck M., siehe Ref. 15, S. 113.
- von Aquin T., siehe Ref. 34, S. 67.
- Ebd., S. 59-61.
- Beck M., siehe Ref. 15, S. 113.
- von Aquin T., Die Deutsche Thomas-Ausgabe, vollständige, ungekürzte deutsch-lateinische Ausgabe der Summa Theologica, Verlag Anton Pustet, Graz/Wien/Salzburg (1934 ff.), I, 76, 3.
- Ebd., I, 76, 3.
- Schockenhoff E., siehe Ref. 35, S. 495.
- von Aquin T., siehe Ref 50, I, 118, 2.
- Ebd.
- von Aquin T., siehe Ref. 34, S. 53-55.
- Lynch V. J. et al., Transposon-mediated rewiring of gene regulatory networks contributed to the evolution of pregnancy in mammals, Nat Genet (2011); 43(11): 1154-9.
- Beck M., siehe Ref. 15, S. 159.
- te Velde R., siehe Ref. 14, S. 106.
- The European Parliament and The Council of The European Union, Directive 2010/63/EU of the European Parliament And of the Council of 22 September 2010 on the protection of animals used for scientific purposes, Official Journal of the European Union (2010); Walker R. L., Virtue Ethics and Laboratory Animal Research, ILAR Journal (2019); 60: 415-423
- Ebd., L 276/34.
- Brungs A., Die passiones animae (S. th. I-II, qq. 22-48) in: Speer A. (Hrsg.), Thomas von Aquin: Die Summa Theologiae. Werkinterpretationen, Walter de Gruyter, Berlin/New York (2005), S. 198-200.
- Ebd., S. 205.
- Pieper J., Über die Gerechtigkeit, Kösel-Verlag, München, (1954), S. 11-46.
- von Aquin T., siehe Ref. 50, I, 118, 2.
- Pieper J., siehe Ref. 63, S. 23.
- von Aquin T., siehe Ref. 50, II-II, 58, 7 ad 2.
- Pieper J., siehe Ref. 63, S. 75.
- Siehe Ref. 50, I, 29, 3, resp.
- International Conference on Harmonisation of Technical Requirements for Registration of Pharmaceuticals for human use, ICH Harmonized Tripartite Guideline, Guidance on non-clinical safety studies for the conduct of human clinical trials and marketing authorization for pharmaceuticals, M3 (R2), 11.6.2009, www.ema.europa.eu/en/documents/scientific-guideline/ich-guideline-m3r2-non-clinical-safety-studies-conduct-human-clinical-trials-marketing-authorisation_en.pdf; Spatzenegger M., Endokrine Disruptoren-ein außer Kontrolle geratenes Experiment? Imago Hominis (2014); 21(3): 215-225.
- Thomann K. D., Die Contergan-Katastrophe: Die trügerische Sicherheit der „harten“ Daten, Dtsch Arztebl 2007; 104(41): A-2778 / B-2454 / C-2382.
- The European Parliament and The Council of The European Union, siehe Ref. 59; L 276/34.; Corsini N. S. et al., Human organoids: New strategies and methods for analyzing human development and disease, Cell (2022); 185(15): 2756-2769.
- Pieper J., siehe Ref. 63, S. 124.
- Montgomery R. A. et al., Results of Two Cases of Pig-to-Human Kidney Xenotransplantation, N Engl J Med (2022); 386(20): 1889-1898; www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/rapid-reaction/details/news/lehren-aus-der-ersten-xenotransplantation-eines-schweinherzens/.
- The European Parliament and The Council of The European Union, siehe Ref. 59, L276, 34.
- Vgl auch Beck M., siehe Ref. 15, S. 315. „Im Bereich der hier zu behandelnden neuen Lebensformen werden zunehmend Lebewesen hergestellt, die eine abnehmende ‚Qualität‘ ihrer materiellen Ausstattung haben.“
- Ebd., S. 317.
- Gormally L., Why not dirty your hands? Or: on the supposed rightness of (sometimes) intentionally cooperating in wrongdoing, in: Watt E. (Hrsg.), Cooperation, Complicity & Conscience. Problems in healthcare, science, law and public policy, The Linacre Centre, London (2005), S. 24-25.
- International Society for Stem Cell Research (ISSCR), ISSCR Guidelines für Stammzellforschung und klinische Translation (2021).
- International Society for Stem Cell Research (ISSCR), ISSCR Guidelines für Stammzellforschung und klinische Translation (2016); Nicolas P. et al., Zur Ethik menschlicher Embryoidmodelle: die Schaffung einer konsistenten gesellschaftlichen Vereinbarung, in: Bartfeld S. et al. (Hrsg.), Organoide: ihre Bedeutung für Forschung, Medizin und Gesellschaft, Nomos, Baden-Baden (2020).
