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Der selbstbestimmte Patient: Herausforderungen in der Praxis

Datum: 22.10.2023
Ort: Wien

Thema

Der selbstbestimmte Patient ist das Idealbild in der modernen Medizin. Doch was bedeutet Autonomie, wenn eine Krankheit hereinbricht und das Leben aus den Fugen gerät? Oder wenn Verwirrtheit, Demenz oder Depression den freien Willen beeinträchtigen? Gerade im Zustand einer schweren oder chronischen Erkrankung erfahren Patienten ihre Angewiesenheit und Verletzlichkeit. Gleichzeitig sollen sie einschneidende Entscheidungen treffen – und das möglichst aufgeklärt, selbständig und rational. Für die Betroffenen bedeutet dies mitunter eine Überforderung. Nicht alle Patienten wollen gleich stark an Entscheidungen zu ihrer Gesundheit beteiligt werden. Während die Mehrheit gemeinsam mit ihrem Arzt die nächsten Schritte der Behandlung entscheiden möchte, fühlt sich jeder fünfte Patient damit überfordert. Umgekehrt gibt es fordernde Patienten, die – angeleitet durch Dr. Google – meinen nur selbst zu wissen, was für sie gut ist. Wie sollen Ärzte und Pflegende mit diesen unterschiedlichen Präferenzen betreffend Mitbestimmung umgehen? Auch die Grenzziehung zwischen autonomiefähigen Personen und solchen, die diese Fähigkeit (temporär) nicht besitzen, stellt das Gesundheitspersonal vor große Herausforderungen. Zudem belasten häufig Rechtsunsicherheiten das Verhältnis zu Patienten und Angehörigen. Als Menschen sind wir aufeinander angewiesen – von daher rührt das Prinzip der Fürsorge, das über Jahrhunderte als Kern des Ethos der Gesundheitsberufe galt. Wie lässt sich ein Ethos der Fürsorge gestalten, das die Autonomie des Patienten und Heimbewohners nicht ersetzt, sondern stützt und ermöglicht? Welche Rolle spielen Vertrauen, Sorge und Unterstützung, damit sich Patienten in ihrer Würde und ihren Werten respektiert und zugleich gut aufgehoben wissen?

Folder

Hier können Sie den Folder und das Plakat (PDF) downloaden.

Programm

09.00Begrüßung Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder, Vizerektorin der Medizinischen Universität Wien Dr. Harald Schlögel, Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich, 1. Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer Dr. Martin Hauer, Vorstandsdirektor dee Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien
09.15Die Autonomie des Patienten im Angesicht seiner Verletzlichkeit Giovanni Maio
09.45Selbstbestimmung ermöglichen: Was macht gutes ärztliches Handeln aus? Claudia Bausewein (Audio)
10.15Kaffeepause
10.45Mehr Schutz oder mehr Freiheit? Patientensicherheit und Rechtsunsicherheit Maria Kletečka-Pulker (Audio)
11.15Die Pflege im Spannungsfeld zwischen Achtung der Autonomie und fürsorglichem Handeln Hanna Mayer (Audio)
11.45Podiumsdiskussion: Autonomie und Fürsorge: (k)ein Widerspruch? Moderation: Christian Lagger
12.30Mittagspause
13.30An den Randzonen des Willens: Autonomie und Demenz Martina Schmidhuber (Audio)
14.00Beihilfe zum Suizid – eine autonome Entscheidung? Raimund Klesse (Audio)
14.30Kaffeepause
Fallbeispiele aus der Praxis
15.00Einbeziehen von Kindern und Jugendlichen in die Therapieentscheidung: Chancen und Grenzen Reinhard J. Topf
15.20„Ich weiß, was meine Mutter will“: Die Rolle der Angehörigen bei nicht-einwilligungsfähigen Patienten Patrik Heindl (Audio)
15.40Aussprache
16.15Ende

Vortragende und Moderation

  • Univ.-Prof. Dr. Claudia Bausewein Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum München, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
  • DGKP Dr. phil. Patrik Heindl Intensivstation der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Medizinische Universität Wien
  • Dr. Raimund Klesse Facharzt für Psychiatrie, Chur/Schweiz
  • Univ.-Prof. Dr. med. Giovanni Maio, MA phil. Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Hanna Mayer Department Allgemeine Gesundheitsstudien, Leitung Fachbereich Pflegewissenschaften, Karl Landsteiner Universität, Krems
  • Dr. Maria Kletečka-Pulker Geschäftsführerin des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin, Universität Wien
  • Mag. Susanne Kummer Direktorin IMABE, Wien
  • MMag. Dr. Christian Lagger Geschäftsführer Krankenhaus der Elisabethinen GmbH, Graz
  • Univ.-Prof. Dr. Martina Schmidhuber Professorin für Health Care Ethics, Karl-Franzens-Universität Graz
  • Dr. Reinhard J. Topf Leiter der Psychosozialen Abteilung und Leitender Psychologe und Psychotherapeut, St. Anna-Kinderspital, Wien

Weitere Informationen

Tagungsort: Raiffeisenhaus Wien 1. Stock Raiffeisen Forum | Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 | 1020 Wien Fortbildungspunkte: Berufsverband Österreichischer PsychologInnen: 6 Fortbildungseinheiten Österreichische Ärztekammer: 6 sonstige DFP-Punkte Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP): 6 Arbeitseinheiten Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband: 14 ÖGKV PFP®

Wir danken

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